Hannover Ahlem

Der Stadtteil Ahlem liegt im Norden des Stadtbezirks. Er war bis 1974 eine eigenständige Gemeinde und wurde dann in die Stadt Hannover eingemeindet. Ahlem hat eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Petit Couronne (Normandie).

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Stadteilinfo

Ahlem entstand als Bauerndorf im Schutze der Burg des Grafen Konrad von Wunstorf. Die wehrhafte Burg wird in einer Urkunde 1187 als Castrum Limbere erwähnt. Ihre genaue Lage ist heute aber nicht mehr bekannt. Sie war namensgebend für die Siedlung Limmer. Ahlem stand kirchlich und wirtschaftlich im Schatten der Burgsiedlung Limmer. Eine erste urkundliche Erwähnung findet das Dorf 1272 und 1288. Dabei vermachten Ludolf und Johann von Roden das Ahlemer Land dem Kloster Marienwerder.
Ahlem war trotz der Vorstadt-Nähe zu Hannover immer ländlich geprägt. Wirtschaftsgrundlage der Dorfbewohner war die Landwirtschaft. 1770 zählte das Dorf 120 Einwohner, etwa 100 Jahre später 1895 waren es rund 500. Um 1730 wurde asphalthaltiges Gestein gefunden, dass aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich genutzt werden konnte.

Im September 1944 internierte die Stadtverwaltung Hannover etwa 1.000 Juden in 16 "Judenhäusern" auf dem Gelände der ehemaligen "Israelitischen Gartenbauschule Ahlem". Später wurden sie in Konzentrationslager in Osteuropa deportiert. Ende 1944 wurde in Ahlem ein Außenlager des KZ Neuengamme eingerichtet, in das Insassen des Außenlagers der Continental AG in Hannover-Stöcken verbracht wurden. Es befand sich in der heutigen Petit-Couronne-Straße nahe der Ahlemer Höhe. Die Häftlinge, vor allem polnische Juden, bauten in einem Stollen unterirdisch Asphalt ab. Ein Großteil der Gefangenen wurde wenige Tage vor Ankunft der US-Armee auf einen Todesmarsch in das KZ Bergen-Belsen geschickt. Seit 1994 erinnert ein Mahnmal an die Opfer des Lagers.

Der britische Soldatenfriedhof an der Ahlemer Höhe wird volkstümlich "Englischer Friedhof" genannt. Die offizielle britische Bezeichnung lautet Hannover War Cemetery und Hannover Military Cemetery Limmer. Auf dem 1957 eingerichteten Friedhofsgelände liegen etwa 2.400 Soldaten aus den Commonwealth-Staaten, die während des Zweiten Weltkriegs fielen. Darunter finden sich viele Angehörige der Royal Air Force, die bei Bombenangriffen auf Deutschland mit ihren Flugzeugen abstürzten oder abgeschossen wurden. Darüber hinaus sind auch viele Angehörige der britischen Besatzungsmacht nach 1945 und der heutigen britischen Truppen in Norddeutschland beerdigt. Die Friedhofsgestaltung entspricht dem Muster anderer britischer Soldatenfriedhöfe, so beispielsweise dem britischen Friedhof Berlin. Charakteristisch sind einheitliche schlichte Grabsteine aus englischem Portlandsandstein mit einem Hochkreuz mit Bronzeschwert sowie gepflegter, kurz geschnittener Rasen.

Die Mahn- und Gedenkstätte Ahlem besteht seit 1987 auf dem Gelände der ehemaligen „Israelitischen Gartenbauschule Ahlem“ in der Justus-von-Liebig-Schule. Sie dokumentiert im Wesentlichen die Geschichte dieses Ortes sowie die der Einwohner jüdischen Glaubens der Stadt Hannover und des ehemaligen Landkreises.

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