Hannover Nordstadt

Die Nordstadt ist der südlichste Stadtteil im Stadtbezirk Nord und erstreckt sich auf einem ca. 2,5 km² großen Areal zwischen der Eisenbahntrasse Hannover-Wunstorf im Norden und Osten, dem Berggarten und dem Großen Garten im Westen, dem Leineufer und der Steintormasch im Süd-Westen und dem über Schloßwender und Arndtstraße führenden Cityring im Süd-Osten. Der Stadtteil gilt als Szeneviertel.

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Hier leben wegen der unmittelbaren Nähe zur Universität und der vergleichsweise günstigen Wohnungsmieten überproportional viele Studenten aber auch viele Migranten. Der Engelbosteler Damm trennt als Hauptgeschäftsstraße die Nordstadt in einen, nach 1946 wiederaufgebauten Ostteil und einen nach 1985 sanierten Kernbereich. Daran schließt sich im Westen eine, durch einen Gürtel aus Universitäts-, Friedhofs- und Krankenhausflächen abgetrennte, ruhige Villengegend an. Im Südwesten bieten der Welfengarten und der Georgengarten sowie die daran anschließenden Kleingarten- und Sportanlagen gern genutzte Ausgleichsflächen für Freizeitaktivitäten verschiedenster Art.

Die Nordstadt hat sich historisch aus der Steintor-Gartengemeinde entwickelt, einer einst zum Amt Langenhagen gehörigen, ländlich strukturierten, Verwaltungseinheit, die 1793 zum Amt Hannover kam. 1829 wurde erstmals eine Gliederung in 8 Ortschaften (Königsworth, Schloßwende, Nordfeld, Fernrode, Vorort, Ostwende, Bütersworth und Westwende) vorgenommen, die 1843 gemeinsam mit den 6 Ortschaften der Aegidientor-Gartengemeinde (Kirchwende, Bult, Kleefeld, Heidorn, Tiefenriede und Emmerberg) zur Vorstadt Hannover zunächst vereinigt und 1859 als neuer Stadtteil eingemeindet wurden. Nach der 1866 erfolgten Annexion des Königreiches Hannover durch Preußen wurden Eisenbahn, Militär, Transport und Konsumgüterindustrie die bestimmenden Wirtschaftsfaktoren. In das leerstehende Welfenschloß zog 1879 die Technische Hochschule ein. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs erlebte die Nordstadt durch den Ausbau des Eisenbahnwesens und Fortschritte bei der Industrialisierung einen rasanten Anstieg ihrer Bevölkerung, der eine sehr dichte geschlossene Blockbebauung notwendig machte.

Der Erste Weltkrieg brachte einen großen Rückschritt. Viele der hier angesiedelten kleinen Fuhrunternehmen mussten wegen Auftragsmangel schließen oder machten Konkurs. Der Wegfall von preiswerten Importen aus den deutschen Auslandskolonien und die galoppierende Inflation belastete die Konsumgüterindustrie. Erst in den 30er Jahren besserte sich allgemeine wirtschaftliche Lage. Großaufträge der NS-Diktatur, wie die Umgestaltung des Großen Gartens, Versatz des Leibniz Tempels in den Georgengarten oder der Bau des Maschsees schufen viele Arbeitsplätze.

Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Nordstadt durch Fliegerbomben zerstört. Der in den 50er Jahren durchgeführte Wiederaufbau zeigte anfangs große wirtschaftliche Erfolge, die mit einem erneuten Anstieg der Bevölkerungszahl einhergingen. Ab 1972 setzte dann jedoch ein schleichender wirtschaftlicher Niedergang ein, der zu zahlreichen lokalen Firmenschließungen und Arbeitsplatzverlusten führte. Lediglich die Universität konnte ihren dominierenden Einfluss auf den Stadtteil weiter ausbauen. Um dem Verfall der alten Bausubstanz entgegen zu wirken und den Stadtteil insbesondere für junge Familien wieder attraktiver zu machen, wurde 1985 ein umfangreiches Stadtteilsanierungsprogramm gestartet, dass inzwischen größtenteils abgeschlossen ist. Im Zuge dieser Maßnahmen kam es auch zu spektakulären Grundstücksverkäufen und gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Hausbesetzern aus der autonomen Szene, die sich dadurch in der Nordstadt mehrere Zentren erkämpft haben.

Berühmt und berüchtigt wurde die hannoversche Nordstadt auch 1995 durch tagelange Straßenschlachten zwischen Polizei und Punks.

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