Hannover Anderten

Das Dorf Anderten wurde erstmals im Jahr 985 urkundlich erwähnt. Der Kaiser Otto III. setzte damals zwischen Ostfalen und Engern - und damit zwischen den Diözesen Hildesheim und Minden - eine Grenze. Ein gewisser „Bernhard Bidonis filius de Ondertunun“ war Zeuge dieser Gebietsregulierung. Der Name Ondertunun bezeichnete damals eine von einem Zaun geschützte Siedlung.

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Um das Jahr 1600 bestand Anderten aus rund 60 Höfen. 1641 und 1661 wurde Anderten von großen Bränden heimgesucht, die annähernd das halbe Dorf zerstörten.

Im Jahr 1843 begann das Eisenbahnzeitalter im Königreich Hannover mit einer Zugfahrt von Hannover über Misburg nach Lehrte auf der späteren Bahnstrecke Hannover–Braunschweig, der Bahnhof Anderten-Misburg entstand aber erst 1906, als die neue Strecke Kirchrode–Lehrte zur Entlastung des Misburger Bahnhofs eröffnet wurde.

1919 begann in Anderten der Bau der größten Binnenschleuse Europas, der Hindenburgschleuse am Mittellandkanal. Am 20. Juni 1928 wurde die Schleuse Hannover-Anderten durch den damaligen Reichspräsidenten von Hindenburg ihrer Bestimmung übergeben. Die Schleuse ist seither nach ihm benannt. Zur gleichen Zeit wurde der Verkehr auf dem Mittellandkanal bis Peine und Hildesheim freigegeben, nachdem bereits 1916 der Schiffahrtsbetrieb vom Dortmund-Ems-Kanal bis Hannover-Misburg aufgenommen worden war. Seit der Fertigstellung der Schleuse werden jährlich bis zu 22.000 Schiffe durch die 225 Meter langen Schleusenkammern des mächtigen Bauwerks geführt, um die 15 Meter hohe Wasserscheide zwischen Weser und Ems zu überbrücken. In Anlehnung dieser Schleuse nennen sich die Andertener Bürger auch „Schleusenkinder“.

1969 begründeten Anderten und die Stadt Oissel-sur-Seine (bei Rouen) eine Partnerschaft. Die alte Anderter Gartenstraße wurde in Oisseler Straße umbenannt, im Gegenzug existiert in Oissel eine „Avenue d'Anderten“.

Mit der Verwaltungsreform des Landes Niedersachsen am 1. März 1974 wurde das bis dahin eigenständige Dorf nach Hannover und damit in den neu geschaffenen Stadtbezirk Misburg-Anderten eingemeindet. In der Bevölkerung Andertens kursierten damals viele Aufkleber mit der Beschriftung „Anderten darf nicht sterben!“, durch die der Widerwille vieler Bürger gegen die Eingemeindung des damals schuldenfreien Dorfes in die Landeshauptstadt zum Ausdruck kam.

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